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Aus: Kurt Hahn: Reform mit Augenmaß. Ausgewählte Schriften eines Politikers und Pädagogen. Hrsg. von Michael Knoll, mit einem Vorwort von Hartmut von Hentig. Stuttgart. Klett-Cotta 1998. S. 348-351.

1886   5. Juni: Kurt Hahn als Sohn des Industriellen Oskar Hahn und seiner Frau Charlotte, geb. Landau, in Berlin geboren. Drei Brüder. Erziehung im jüdischen Glauben

1904   Erleiden eines Sonnenstichs. Abitur am humanistischen Königlichen Wilhelms-Gymnasium in Berlin

Studium der Philosophie, Philologie, Psychologie, Pädagogik und Nationalökonomie in Oxford, Berlin, Heidelberg, Freiburg und Göttingen, u. a. bei Wilhelm Windelband, Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff, Friedrich Leo, Leonard Nelson, Gilbert Murray, John A. Stewart, Georg E. Müller, Edmund Husserl, Edgar Jaffé, Gerhard von Schultze-Gaevernitz. Arbeit an einem unvollendeten pädagogischem Werk, einzelne Kapitel werden später als Gedanken über Erziehung veröffentlicht

1910   Erscheinen des Schulromans Frau Elses Verheißung

1914   dritte Druckentlastungsoperation, sie bringt die entscheidende Besserung für seine durch den Sonnenstich verursachten Kopfschmerzen. Rückkehr aus England. Lektor bei der Zentralstelle für Auslandsdienst im Auswärtigen Amt.
Teilnahme an internationalen Friedenskonferenzen in Den Haag. Zusammenarbeit mit Anhängern eines Verständigungsfriedens, vor allem mit Hans Delbrück, Conrad Haußmann, Friedrich Naumann, Graf Wolff-Metternich, Max Warburg

1917   Januar: wegen Ablehnung der deutschen Erklärung zum unbegrenzten U-Boot-Krieg Wechsel zur Militärischen Stelle beim Auswärtigen Amt unter Oberstleutnant Hans von Haeften. Februar: Begegnung mit Prinz Max von Baden, dessen politischer Berater und Vertrauter er wird. Weitere Reisen nach Den Haag und Stockholm. Mit Paul Rohrbach, Ernst Jäckh, Conrad Haußmann, Theodor Heuss u. a. Gründer der liberalen Zeitschrift Deutsche Politik

1918   Denkschriften zur Beendigung des Krieges. Entwicklung des außenpolitischen Programms Ethischer Imperialismus. 3. Oktober - 9. November: Privatsekretär des Reichskanzlers Prinz Max von Baden. Dezember: Verhandlungen mit amerikanischen Diplomaten in Kopenhagen und Bern, um die Beseitigung der “Hungerblockade” gegen Deutschland zu erreichen

1919   Februar: Gründungsinitiator der Heidelberger Vereinigung, einer politischen Arbeitsgemeinschaft von Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft (Prinz Max von Baden, Max Weber, Robert Bosch u. a.), die einen auf den Wilsonschen Vierzehn Punkten beruhenden “Rechtsfrieden” zu erreichen suchte. April-Mai: Teilnahme an der Friedenskonferenz in Versailles, Berater von Außenminister Graf Brockdorff‑Rantzau, Mitarbeit in der Schuldfragenkommission. Juli: Übersiedlung nach Salem

1920   April: zusammen mit Prinz Max von Baden und Karl Reinhardt Eröffnung der Schule Schloß Salem, später Einrichtung der Zweigschulen Hermannsberg (1925), Spetzgart (1929), Hohenfels (1931), Birklehof (1932)

1923   zusammen mit Max Warburg, C. Melchior, Prinz Max v. Baden u. a. Initiator des Instituts für Auswärtige Politik, einer wissenschaftlichen Einrichtung in Hamburg, die mit Albrecht Mendelssohn-Bartholdy als Leiter bis 1933 ein international anerkanntes Forum darstellte und heute in der “Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik”, Bonn, eine Nachfolgeorganisation gefunden hat. November: Attentat auf Hahn mißglückt, die drei nationalsozialistischen Täter werden in Konstanz verurteilt

1927   Erscheinen der Erinnerungen und Dokumente des Prinzen Max von Baden, die - von Hahn mitverfaßt - die Zeit des Ersten Weltkriegs und der Kanzlerschaft des Prinzen aufarbeiten. Gründung des Salemer Bundes, einer Vereinigung ehemaliger Schüler mit besonderen Regeln und Verpflichtungen

1928   Vortrag Die nationale Aufgabe der Landerziehungsheime

1931   Dezember: Salemer Tagung über politische und ökonomische Fragen, mit Leopold Ziegler, Wilhelm Schäfer, Walter Dyckerhoff, Ernst Wilhelm Eschmann, Hans Zehrer, Robert Friedländer-Prechtl u. a.

1932   Gespräche mit Treviranus, Brüning und Papen über Lösung der politischen Krise. September: Stellungnahmen gegen die nationalsozialistische Gewaltpolitik

1933   Februar: Rede über Staatsbürgerliche Erziehung. März: Verhaftung durch die Nationalsozialisten, Freilassung durch Intervention von Außenminister von Neurath, Verbannung aus Baden. Juli: Emigration nach Großbritannien. November: Gründung der British Salem Schools in Gordonstoun bei Elgin, Morayshire, Schottland, mit Geoffrey Winthrop Young, Archbishop William Temple, Duke of Hamilton, Sir Percy Nunn, George M. Trevelyan, John Wheeler-Bennett u. a. als Mitgliedern des Schulkuratoriums; später Errichtung der Zweigschulen Wester Elchies (1937), Aberlour (1946) und Altyre (1951)

1934   Rundfunkvorträge über A German Public School und The Practical Child and the Bookworm

1936   Einrichtung des Moray Badge zur Förderung körperlicher Fitneß

1938   Memoranden zur Sudetenkrise. Britischer Staatsbürger, die Ausbürgerung aus Deutschland erfolgt 1940

1940   Weiterentwicklung des Moray Badge zum County Badge, damit werden erstmals alle vier Elemente der Erlebnistherapie in einem Trainingsprogramm zusammengefaßt; unterstützt wird der Plan von Lord Baden-Powell, Julian Huxley, Geoffrey Winthrop Young, Lord Lindsay u. a. Erste Laienpredigt in der Kathedrale von Liverpool, drei Jahre später die zweite Predigt, Quinquagesima, über das Mitleid

1941   Tätigkeit für das britische Außenministerium, Bericht über “The Flight of Hess: An Attempt at Reconstruction”. Kriegsbedingte Evakuierung Gordonstouns nach Plas Dinam in Wales. Zusammen mit dem Reeder Lawrence Holt Gründung der ersten Kurzschule, der Outward Bound Sea School, in Aberdovey; heute gibt es ca. 30 Kurzschulen in aller Welt (in Deutschland in Baad und Berchtesgaden), wo Schüler, Studenten und Lehrlinge in Monatskursen durch Berg- und Seenotrettungsdienste zu gemeinsamer Erziehung und Bildung zusammengeführt werden

1945   Übertritt zur Anglikanischen Hochkirche

1948   Gründung der American‑British Foundation for European Education, einer Organisation, die sich wie die 1951 eingerichtete Deutsche Gesellschaft für Europäische Erziehung zur Aufgabe setzt, Schülerstipendien für Landerziehungsheime und Gelder für die Einrichtung von Tagesheimschulen und Kurzschulen bereitzustellen; Förderer und Vorstandsmitglieder sind u. a. John und Ellen McCloy, Theodor Bäuerle, Hermann Nohl und Minna Specht

1949   Mitinitiator von weiteren Internatsschulen, z. B. Louisenlund, Schleswig-Holstein (1949), Anavryta, Griechenland (1949), Battisborough, Großbritannien (1955) und Athenian School, Kalifornien (1965)

1953   Rücktritt als Leiter von Gordonstoun. Übersiedlung auf den Hermannsberg

1956   Umbenennung des County Badge in The Duke of Edinburgh Award, dadurch große Popularität, heute bewerben sich jährlich mehr als 300 000 Jungen und Mädchen (auch Behinderte) in fast 50 Ländern der Welt um das Abzeichen. In Deutschland ist die Initiative unter dem Namen Internationales Jugendprogramm bekannt.

1958   Einrichtung der Trevelyan Scholarships, d. h. Studienstipendien für die Universitäten Oxford und Cambridge, die neben guter schulischer Leistungen auch den Nachweis über bemerkenswerte nicht-akademische Interessen verlangen (bis 1965)

Herausgabe ausgewählter pädagogischer Schriften unter dem Titel Erziehung zur Verantwortung

1962   zusammen mit Air Marshal Sir Lawrence Darvall Eröffnung des ersten United World College, des Atlantic College in St. Donat’s Castle, Wales, heute gibt es die zweijährigen Oberstufenkollegs mit internationaler Schülerschaft und internationalem Bakkalaureat auch in Singapur (1973), Kanada (1974), Swasiland (1979), den USA (1982), Italien (1982) und Venezuela (1986)

1963   Mitbegründer der Medical Commission on Accident Prevention, London, einer von den medizinischen Royal Colleges und der British Medical Association getragenen Organisation, die sich im Sinne angewandter Wissenschaft der Unfallverhütung, Ersten Hilfe und Lebensrettung widmet

1966   zum achtzigstem Geburtstag Gründung der Round Square Conference, eines Zusammenschlusses von Internatsschulen, die sich den pädagogischen Ideen Hahns verpflichtet fühlen, z. Z. sechzig Schulen auf vier Kontinenten, zugleich Stiftung des Kurt-Hahn-Preises, der verliehen wird für Leistungen von Schülern der vereinigten Hahn-Schulen, die der Gemeinschaft als Vorbild zu dienen vermag.

1974   am 14. Dezember gestorben, beigesetzt in Salem


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Neuere Initiativen

1983   Einrichtung des Kurt Hahn Award durch die amerikanische Association for Experiential Education "to honor the exceptional people who make a substantial contribution to experiential education for a significant length of time".

1984   Gründung der Kurt-Hahn-Stiftung mit dem Ziel, die Erziehung und den Unterricht an der Schule Schloss Salem zu unterstützen.

1986   anläßlich des 100. Geburtstags Stiftung der Kurt-Hahn-Trust-Stipendien für deutsche Studenten der Philosophie und Geisteswissenschaften an der Universität Cambridge

1993   Verleihung des ersten Outward Bound Preises für herausragende Projekte und Programme im Sinne der Hahnschen Erlebnistherapie, ausgerichtet vom Institut für Erlebnispädagogik an der Universität Lüneburg unter der Schirmherrschaft des niedersächsischen Kultusministers

2009   Stiftung des Kurt Hahn Pokals, unter der Schirmherrschaft des Bunderverbandes Katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen e.V. ausgerichtet vom Jugendhilfezentrum Raphaelshaus in Dormagen, dem Kinder– und Jugenddorf Marienpflege in Ellwangen und dem Kinderheim Pauline von Mallinckrodt in Siegburg zur Förderung und Verbreitung erlebnispädagogischer Arbeit
 

Ehrungen

Ehrendoktorwürde der Universitäten Edinburgh (1953), Göttingen (1956), Tübingen (1961) und Berlin (1966); Großes Bundesverdienstkreuz, Bundesrepublik Deutschland (1961); Freiherr vom Stein Preis, Hamburg (1962); Commander of The Most Excellent Order of The British Empire (C. B. E.), Großbritannien (1964); Professor, Land Baden‑Württemberg (1966); Foneme Preis, Mailand (1968)