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Aus: Schloß-Schule Intern. Nachrichten aus der Schloß-Schule Kirchberg/Jagst. Heft 21, Juli 2007, S. 14.

Die jugendlichen Minimalisten sind mitten unter uns. Sie sind überall anzutreffen: in der Familie, im Beruf, auch in der Schule. Sie werden durch Eltern gestärkt, die sie zunehmend vor den sozialen und gesellschaftlichen Anforderungen schützen wollen, und sie werden unterstützt durch Lehrer und Schulleiter, die selbst dem Leistungsprinzip, der Gerechtigkeit und der Loyalität untereinander mehr oder weniger abgeschworen haben.

Die Minimalisten sind Individualisten und bilden doch eine verschworene Gemeinschaft, die (besonders unter männlichen Jugendlichen) anscheinend unaufhörlich wächst und gedeiht.

Der Minimalist ist ein Egoist und Hedonist. Er lebt möglichst nach Lust und Laune und will sich nicht anstrengen, nicht schinden, nicht abrackern. Er ist kein genereller Schulverweigerer, aber einer, der nur das Allernötigste macht, der dauernd nachdenkt und kalkuliert, ob er die Mitarbeit einstellen, die Hausaufgaben vergessen, den Unterricht schwänzen kann, ohne eine allzu harte Strafe von Eltern und Lehrern zu gegenwärtigen.

Streber sind ihm zuwider, aber ein Versager, Sitzenbleiber will er auch nicht sein. Er hat nach eigenem Bekunden alles im Griff und unter Kontrolle. Die hohe Kunst des Minimalisten ist es ja eben, genau soviel zu tun, dass er nicht weiter auffällt und gerade noch versetzt wird. Dennoch macht er gerade dem Lehrer das Leben schwer, der sein geistiges Potential sieht und es fördern will.

Der Minimalist ist ein Überlebenskünstler und Vermeidungsstratege. Er kommt sich cool, clever, raffiniert vor. Dass es für ihn rationaler und stressfreier wäre, die geforderten Arbeiten einfach zu erledigen als fortwährend zu versuchen, ihnen finten- und diskussionsreich auszuweichen, stört ihn nicht, im Gegenteil: der leise Kampf gegen das System, gegen Eltern, Lehrer, Autoritäten bereitet ihm größte Lust und größte Befriedigung, weil er ja um seine geistige Überlegenheit weiß und davon überzeugt ist, es wieder zu schaffen und es den anderen so richtig zu zeigen. So laviert sich der - manchmal hochbegabte - Minimalist durchs Leben und durch die Schule, ohne zu merken, wie er sich seine Zukunft verbaut und sich seine Freiheit beschränkt.